unterzeichnungIm Sommer 1992 entstand mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Deggenhausertal und der ungarischen Gemeinde Csaszartöltes (Tschasartet), die als außergewöhnlich bezeichnet werden kann.
Erste Annäherungsversuche der Gemeinden gab es bereits 1988, also in einer Zeit, als Deutschland und ganz Mitteleuropa noch durch den „Eisernen Vorhang“ geteilt waren.
Eine ein halbes Jahrhundert währende Teilung, so musste man annehmen, hinterlässt Spuren bei den Menschen, Spuren die wir kennen- und verstehen lernen wollten. Aber trotz unterschiedlicher Entwicklung und trotz unterschiedlicher Systeme – Eines wurde relativ schnell klar: Auch nach 250 Jahren in einer fremden Umgebung entspach die Mentalität dieser Menschen, die Mentalität der Donauschwaben, immer noch der unseren. Wir lernten Verwandte kennen!

 

Die Gemeinde Császártöltés /Tschasartet

Tschasartet ist ein Dorf in Süd-Ungarn, zwischen der Donau und der Tisza in der Nähe von Kiskörös gelegen.
Diese Region wurde während der Türkischen Herrschaft weitgehend entvölkert und verwüstet. Während der Herrschaft Maria Theresias schlug Erzbischof Patasich Gabor vor, dieses verwüstete Land erneut zu bevölkern.
Die heutige Ansiedelung wurde 1744 durch deutsche Siedler gegründet. Sie kamen über die Donau mit Flößen aus ihrer angestammten Heimat in Oberschwaben, um ihr Glück zu versuchen und ein besseres Leben in einem neuen Land zu finden.

pgdeurkundeAber erst die Nachkommen hatten Aussicht auf eine bessere Zukunft, denn die ersten Siedler fanden bei ihrer Ankunft nur ödes Sumpfland vor.
Sie mussten neben dem Bau von Häusern Sümpfe trockenlegen und die Sandbänke der Tieflandebene kultivieren.
Aber auch die nachfolgende Generation hatte hart um ihren Lebensunterhalt zu kämpfen.
Mit beispiellosem Fleiß verwandelten die deutschen Siedler die Einöde in einigen Generationen jedoch in eine blühende Siedlung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zwangsausgebürgert, kehrten die meisten nach dem Krieg nach Tschasartet zurück. Dies beweist, dass sie hier inzwischen ihre Heimat gefunden hatten.
Tschasartet ist heute ein Dorf mit 3200 Einwohnen, 80 % davon haben deutsche Vorfahren. Lediglich 20 % sind ungarnstämmig. Die meisten dieser Ungarn wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei zwangsumgesiedelt.

 

963-csaszartoltesSo viele Wohnhäuser es gibt, so zahlreich sind auch die Weinkeller, die einfach in den Lehmboden gegraben wurden. Ein Ring von Kellern umgibt das ganze Dorf.
Die Einwohner von Tschasartet leben entweder vom Weinbau oder betreiben ihn als wichtiges Zubrot. Ihr Leben dreht sich um den Wein, der hier äußerst wohlschmeckend ist.
Die Wein-Anbaufläche beträgt 950 ha.

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